Archiv für den Monat: Januar 2014

Werdet SOOCies, SOOClinge, SOOComer, SOOCializer oder SOOCerheros!

Der SOOC1314 ist vorbei. Der Abschluss-Workshop ist vorbei und wir machen uns jetzt daran, die Bewertungen abzuschließen. Neben dem guten Gefühl, dabei gewesen zu sein und einen schnöden Zettel, auf dem dann Eure CPs stehen könnt Ihr auch Badges über Mozilla-Open-Badges bekommen.

SOOCie

Außerdem können sich alle einen Badge „abholen“, die generell beim SOOC dabei gewesen sind, ihn toll fanden oder sich sonst irgendwie damit verbunden fühlen. Jeder kann ein SOOCie sein 🙂

Wie das alles geht steht hier.

Einladung zum Abschlussworkshop

Bald ist er auch schon wieder vorbei, der zweite SOOC. In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir mit euch über Lerntheorien und Gestaltungsgrundsätze gesprochen, es ging um Überwachung und Schutz im Netz, neue Tools und schlussendlich um Learning Analytics und E-Portfolios.

Das war Euer Themenblock IV

Vor allem die Idee eines lebenslangen E-Portfolios beschäftigt euch. Teilnehmer Sooc1314daniel macht sich Gedanken darum, wie der optimale Leistungsverlauf wäre, zazuz denkt das Portfolio einmal „von der Kita bis zur Seniorenakademie“, macht sich Gedanken um den Datenschutz und hat sogar selbst schon Erfahrung mit dem Portfolio als Prüfungsleistung.Tobias denkt ist sich außerdem sicher: „Die Bewertenden müssen sich darauf einlassen andere Lösungswege, wenn nicht sogar andere Ergebnisse des Lernenden einer positiven Bewertung unterziehen zu können.“

In der letzten Live-Session bedankten sich Teilnehmer für den SOOC, weil er ihnen ganz neue Perspektiven vermittelt hätte. Aber nicht nur für euch, auch für uns ist der SOOC ein ganz besonderer Kurs. Wir sind selbst immer wieder am Ausprobieren, wie wir Inhalte für euch aufbereiten und euch die Chance geben, euch thematisch möglichst breitgefächert zu beteiligen, wir reflektieren unsere Leistungsbewertungen und testen unsere Ideen zum E-Learning.

Wir wollen Euer Feedback!

Besonders wichtig ist für uns euer Feedback – und darum würden wir uns sehr freuen, möglichst viele von euch beim Abschlussworkshop zum SOOC am 28.01.2014, 16:30–19:30 Uhr in Dresden (Strehlener Straße 22/24, 01069 Dresden, Raum 470) zu sehen. Wer nicht vor Ort sein kann, ist außerdem herzlich zum Mitdiskutieren in AdobeConnect eingeladen.

Einladung zur letzten Live-Session

… und last but not least, haben wir für heute Abend Prof. Martin Hofmann zum Thema „E-Portfolio“ eingeladen!

Unser Experte für den vierten Themenblock ist Dozent an der pädagogischen Hochschule in St. Gallen im Bereich Medienpädagogik und Mediendidaktik. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Implementierung von E-Portfolios an Hochschulen. Zum Blog von Prof. Hofmann geht es hier lang.

Wir freuen uns auf einen spannenden letzten Expertentalk!

Ab 17:30 Uhr geht es los, wie immer im SOOC-Online-Raum.

Alle Fragen können vorab und während der Session hier gesammelt werden.

Gibt es gerechte Bewertungen – und hilft uns Learning Analytics dabei?

Führt Learning Analytics zwangsläufig zu (entwicklungs-)gerechteren Bewertungen? SOOC-Teilnehmer flori81 stellt die Gegenfrage: Gibt es nicht heute schon genug Möglichkeiten, Leistungen der Entwicklung nach zu beurteilen – man denke nur an Verbalzeugnisse, klassische Anwendungsaufgaben in der Mathematik, …? Und will man überhaut eine Benotung anhand des Lernfortschritts vornehmen? Anja aus dem SOOC-Team sagt „Nein“. Was meint Ihr?

Wie es aussehen könnte, wenn man ein lebenslanges Portfolio führt, zeigt das kreative Gedankenexperiment von ejuba. Auf ihrem Blog könnt ihr euch die fiktiven Tagebücher als Audios anhören. Warum sie vor ihrem Psychologie-Studium eine Ausbildung zur Bäckerin machen musste und was Learning Analytics damit zu tun habt? Das hört ihr im zweiten Tagebuch-Teil. Kritische Punkte zu Learning Analytics findet ihr außerdem im Kurs-Blog.

MrObviousNC schlägt vor, nur Teile des Portfolios öffentlich sichtbar zu machen – so müsse ein potenzieller Arbeitgeber nicht unbedingt erfahren, dass er in seiner Freizeit gerne Cocktails mixt. Auch Teilnehmerin Lena hat sich Gedanken um das lebenslange Portfolio gemacht. Sie stellt sich das als eine Art Blog mit Kommentarfunktion und Möglichkeiten zur Einbundung von weiteren Medien vor: „Generell bin ich der Meinung, dass eine derartige Biografie die Möglichkeit bietet viel mehr Informationen in seinen Lebenslauf/Bewerbung einzubringen und dies kann auch in ausgeschmückterer Form der Fall sein, eben gerade durch Bilder-/Videofunktion.“ Wäre das was für euch? Dann schreibt Lena eine Antwort.

Viele von euch stellen sich das lebenslange Portfolio sehr linear vor. Ein bisschen erinnern manche Gedankenexperimente an die Timeline von Facebook. Im Grunde doch ein ziemlich perfektes Tool für ein lebenslanges Portfolio, oder? Ihr könnt Links und andere Medien sammeln, easy kommentieren und Diskussionen anregen, euch selbst durch Bilder und persönliche Posts darstellen und reflektieren und außerdem eure „Stationen“ eintragen. Facebook rankt außerdem Posts automatisch nach Wichtigkeit und zeigt im Archiv bzw. euren Freunden nicht automatisch alle Posts an. Auch die Privatsphäre lässt sich detailliert einstellen. Ein Nachteil wäre vielleicht, dass sich Posts nicht taggen bzw. vernünftig archivieren lassen und es dadurch schwer wird – außer durch Scrollen – den Entwicklungsprozess linear nachzuvollziehen. Was meint ihr dazu?

Problembaum und diamondsooc1314 haben sich an das Open Source Programm „Gephi“ gewagt, ein Learning-Analytics-Tool zur Auswertung von Netzwerken aller Art. „Schick sieht es ja schon aus, aber hat das einen tieferen Sinn, vom künstlerischen mal abgesehen…?“, sagt Problembaum skeptisch, als sie versucht, damit ihre chaotischen Familienverhältnisse darzustellen. Auch diamondsooc1314 ist nicht überzeugt – Gephi sei „eine interessante Spielerei, mehr aber auch nicht“. Nach einigem Ausprobieren stellt Problembaum jedoch fest: „Für meinen persönlichen Lernzusammenhang in den Geisteswissenschaften kann mich mir beispielsweise vorstellen, komplexe Figurenkonstellationen mit Gephi zu erstellen, oder einfach komplizierte Kausalzusammenhänge anschaulicher zu machen.“ Was sind eure Erfahrungen – hat noch jemand Gephi oder ein ähnliches Programm ausprobiert? Problembaum freut sich über Kommentare unter ihrem Post. Diamondsooc1314 ist noch auf der Suche nach einem besseren Tool zur Datenanalyse und freut sich hier über Tipps.

Klasse, wie aktiv der SOOC auch auf die letzten Meter noch ist – vielen Dank für eure tollen Beiträge! Wir starten gespannt in die letzte Woche und sehen uns am morgigen Dienstag (21. Januar) auch schon zur letzten Live-Session in diesem Kurs mit Prof. Martin Hofmann von der PH St. Gallen. Wie gewohnt um 17.30 Uhr in AdobeConnect.

Impulsbeitrag: Verträgt sich Learning Analytics mit der Uni?

Was ich am meisten an der Uni mag, ist die Freiheit, die ich als Student habe. Klar muss ich meine Prüfungsleistungen in einem gewissen Zeitraum bringen, natürlich muss ich auch mal was machen, auf das ich überhaupt keine Lust habe. Aber ich kann selbst entscheiden, ob ich lieber auf eine Tagung fahre oder ein Projekt vorbereite, statt in mein Seminar zu gehen. Ich könnte in dieser Zeit genauso gut schlafen (Seminare am Montagmorgen sind aber auch besonders fies!) oder mit meinen Freunden mensen gehen (in der 3. DS knurrt eben mein Magen!). Das mache ich auch – ziemlich oft sogar. Warum auch nicht? Die Uni lässt mir die Freiheit, selbst einzuschätzen, ob ich mein Studium auch packe, wenn ich manche Stunden ausfallen lasse oder meine Texte nicht pünktlich lese. Manchmal muss man eben auch in einem ungeliebten Seminar ein Referat halten – dann reiße ich das eben ab und reduziere meine Anwesenheit im Kurs ansonsten drastisch. In der Regel merkt das der Dozent nicht: mein Glück. In den Kursen hingegen, die mich inhaltlich begeistern, bin ich mit Feuereifer dabei, lese mehr als nötig, diskutiere in jeder Sitzung mit. Das führt vielleicht dazu, dass dem Dozenten mein Gesicht bekannt vorkommt – erfasst wird meine Leistung aber nirgends. Am Ende halte ich in beiden Seminar-Typen ein Referat oder schreibe eine Seminararbeit und die Noten laufen aufs Gleiche raus, egal, wie sehr ich mich vorher im Seminar eingebracht habe.

Wäre es nicht viel besser, wenn meine Dozenten quasi minutiös meine Leistung erfassen könnten? Im Real Life sähe das vielleicht so aus: Eine Art Scanner misst jederzeit den Aufmerksamkeitsgrad der Studenten. Dieser Scanner registriert meine Anwesenheit, ob ich mitschreibe, nach vorne – und nicht auf mein Smartphone – gucke und was und wie viel ich genau sage. Der Dozent kann auf dieser Basis eine möglichst gerechte Note bilden. Gleichzeitig habe ich auch mehr Druck – denn ich weiß ja: Jetzt zählt jede Wortmeldung. Ich komme vielleicht regelmäßiger ins Seminar, weil allein schon meine Anwesenheit „Bonuspunkte“ gibt. Klingt nach Zukunftsmusik? Für Online-Kurse ist es zumindest schon Wirklichkeit: Digital vernetze Lernprozesse können durch verschiedene Verfahren und Werkzeuge genau beobachtet und analysiert werden. Der Trend zu „Learning Analytics“ geht nach oben.

image.phpMacht Learning Analytics die studentische Freiheit kaputt?
„Waiting by the computer“
by Frits Ahlefeldt, HikingArtist (CC-BY-NC-ND)

Ich halte diese Entwicklung – zumindest an Universitäten – für problematisch. Würde jeder meiner Lernfortschritte nachvollziehbar sein, hätte das auf den ersten Blick zwar unbestreitbare Vorteile (Leistungen werden sichtbarer und können gerechter bewertet werden – bspw. könnte die Entwicklung statt der reinen Zielerreichung mehr zählen), auf der anderen Seite verschult es das System. Die Uni wäre kein Ort mehr für Freigeister, sie würde nicht mehr zur Selbstständigkeit erziehen, sondern Studenten nur noch mehr in Strukturen und Formen pressen. Ein offener Online-Kurs wie der SOOC wäre nichts mehr zum „Andersdenken“, denn – ob bewusst oder unbewusst – würden wir Tutoren immer wieder danach schauen, wer wie viel Zeit in den Kurs investiert hat. Studenten hätten vermutlich auch das Gefühl, sich nur noch unter Beobachtung entwickeln zu dürfen. Und: Es wäre weder eine gute Lösung für besonders schwache, noch für besonders starke Lerner. Schwache Lerner müssten übermäßig viel Zeit investieren, um Fortschritte zu machen und es wäre für den Dozenten stets sichtbar, dass sie hinterherhinken – auf der einen Seite kann der Dozent dem schwachen Lerner dann vielleicht auch konkretere Hilfestellungen geben, auf der anderen Seite bekäme der schwache Lerner bspw. eine komplizierte Seminararbeit in einem regulären Kurs auch mit viel Zeitaufwand selbst hin, hat dadurch selbst gelernt, sich mit komplizierten Sachverhalten auseinanderzusetzen und der Dozent hat ihn bei der Bewertung nicht schon als „schwach“ auf dem Schirm; starke Lerner würden ihre Energie vielleicht lieber in zusätzliche Projekte stecken, müssten aber trotzdem regelmäßig aktiv sein, um für den Dozenten „sichtbar“ zu bleiben.

Ein anderer Punkt wäre auch beim Einsatz von Learning Analytics ein möglichst faires Bewertungssystem. Könnte man jetzt einfach Noten nach persönlicher Entwicklung vergeben? Auch dann wären sowohl der extrem schwache Lerner (entwickelt sich zu langsam/zu wenig) als auch der starke Lerner (kann sich im einzelnen Kurs evtl. nicht mehr viel entwickeln) benachteiligt. Und zuletzt: Was würde überhaupt mit diesen Daten, meinen „Lernfortschritten“, passieren? Wer garantiert mir denn, dass die nur der Dozent zu Gesicht bekommt – gerade im Rahmen der aktuellen Datenschutz-Diskussion?

Bin ich da paranoid – oder hättet ihr auch ein ungutes Gefühl beim regulären Einsatz von Learning Analytics?

Auf in die letzte Runde: Learning Analytics, E-Portfolios und der ganze Rest…

Selten mussten wir so wenig nach einem Aufhänger zum Themenblock suchen, wie in diesem: die Vorschau auf den neuen Horizon Report (PDF) ist uns geradezu auf dem Silbertablet(t) serviert worden (bspw. von e-teaching.org). Der Horizon Report ist eine jährlich erscheinende Trendstudie, in der die Mitglieder und Berater des New Media Consortiums jährlich aktuelle Trends dahingehend auswerten, wie schnell sie sich wohl bspw. in der Hochschullehre oder an Schulen durchsetzen werden (hierfür gibt es unterschiedliche Ausgaben des Trendreports). Im letzten Jahr wurde hier übrigens den MOOCs prognostiziert, dass sie schnell Akzeptanz finden werden.

Aber genug der Vorrede, was steht denn nun drin? Na genau das Thema, um das es sich in diesem letzten Themenblock drehen soll: Learning Analytics. Also: Wie können die Daten, die beim Lernen hinterlassen werden (sei es im Social Web oder in universitären/schulischen Lernmanagementsystemen) für die Verbesserung der Lernprozesse oder deren Unterstützung genutzt werden?

Neben diesen quantitativen Auswertungen gibt es aber mit dem Ideologiewechsel hin zum lernerzentrierten Unterricht auch immer mehr Bestrebungen, den Lernenden ihre Lernprozesse bewusst zu machen. Die derzeit bekannteste Methode dazu ist die Portfolioarbeit, die Ihr im SOOC ja schon selbst anwendet. Zu den E-Portfolios wird es in der zweiten Themenblockwoche auch den Experten-Talk geben.

Wie häufig werden die Trendbegriffe über Google gesucht? (Link)

Wir wünschen Euch viel Spaß bei diesem letzten Themenblock. Er bietet auch die Möglichkeit, sich in dieser mittlerweile scheinbar gut vernetzten Community auszutauschen. Deshalb: Nutzt die Chance, auch andere Sachen noch einmal auszuprobieren, zu teilen und zu diskutieren. The course is yours!

Rückblick und Vorschau – der SOOC 2013 und 2014.

Die Weihnachtsgans liegt hinter uns und das neue Jahr ist bereits im vollen Gange. Allen SOOC-Teilnehmenden wünschen wir auf diesem Wege noch ein gesundes, erfolgreiches und spannendes Jahr 2014!

Auch das SOOC-Team hat sich in den letzten Wochen ein wenig Zeit zum Auftanken genommen, um die vielen Eindrücke von 2013 zu rekapitulieren. Bevor am kommenden Montag (13.01.2014) der vierte Themenblock startet, möchten wir kurz zurückblicken und uns an die SOOC-Höhepunkte erinnern:

Die MOOC-Euphorie

MOOCs als innovative Lehr-Lern-Arrangements waren das Thema 2013 in der E-Learning-Welt. Neben den vielen enthusiastischen Stimmen gab es auch viele Kritiker und Skeptiker. Nichtsdestotrotz waren MOOCs ein zentrales Thema auf den vielen Konferenzen, die wir im Rahmen unseres Projektes besuchen durften (z. B. nachzulesen hier und hier).

Der SOOC13

Am 30.04.2013 startete der erste Saxon Open Online Course (#sooc13) mit insgesamt 242 Teilnehmenden zum Thema Lernen 2.0. Studierende der TU Dresden, TU Chemnitz und Uni Siegen konnten im Rahmen der Veranstaltung Credit Points erwerben, aber auch zahlreiche externe Interessierte waren bei unserem großen Experiment dabei. Erfolgreich und zufrieden haben wir im Juli unseren SOOC13 mit zahlreichen neuen Ideen, viel Input und Vorfreude für den kommenden zweiten Durchlauf abgeschlossen.

Der SOOC1314

Im November 2013 stand unser zweiter SOOC in den Startlöchern. Mit der thematischen Erweiterung um die Lehrprozesse im Kontext von Social Media, wurde auch unser Team um tolle neue Mitarbeiter ergänzt. Bereits die ersten drei Themenblöcke liegen hier hinter uns und am 13.01.2014 geht es endlich weiter!

Ab kommenden Montag widmen wir uns im Themenblock IV aktuellen Themen wie E-Portfolios und Learning Analytics – wichtige Trends für 2014, die die digitalen Lehr-und Lernprozesse aus einer anderen Perspektive beleuchten.

Es bleibt also spannend!