Gibt es gerechte Bewertungen – und hilft uns Learning Analytics dabei?

Führt Learning Analytics zwangsläufig zu (entwicklungs-)gerechteren Bewertungen? SOOC-Teilnehmer flori81 stellt die Gegenfrage: Gibt es nicht heute schon genug Möglichkeiten, Leistungen der Entwicklung nach zu beurteilen – man denke nur an Verbalzeugnisse, klassische Anwendungsaufgaben in der Mathematik, …? Und will man überhaut eine Benotung anhand des Lernfortschritts vornehmen? Anja aus dem SOOC-Team sagt „Nein“. Was meint Ihr?

Wie es aussehen könnte, wenn man ein lebenslanges Portfolio führt, zeigt das kreative Gedankenexperiment von ejuba. Auf ihrem Blog könnt ihr euch die fiktiven Tagebücher als Audios anhören. Warum sie vor ihrem Psychologie-Studium eine Ausbildung zur Bäckerin machen musste und was Learning Analytics damit zu tun habt? Das hört ihr im zweiten Tagebuch-Teil. Kritische Punkte zu Learning Analytics findet ihr außerdem im Kurs-Blog.

MrObviousNC schlägt vor, nur Teile des Portfolios öffentlich sichtbar zu machen – so müsse ein potenzieller Arbeitgeber nicht unbedingt erfahren, dass er in seiner Freizeit gerne Cocktails mixt. Auch Teilnehmerin Lena hat sich Gedanken um das lebenslange Portfolio gemacht. Sie stellt sich das als eine Art Blog mit Kommentarfunktion und Möglichkeiten zur Einbundung von weiteren Medien vor: „Generell bin ich der Meinung, dass eine derartige Biografie die Möglichkeit bietet viel mehr Informationen in seinen Lebenslauf/Bewerbung einzubringen und dies kann auch in ausgeschmückterer Form der Fall sein, eben gerade durch Bilder-/Videofunktion.“ Wäre das was für euch? Dann schreibt Lena eine Antwort.

Viele von euch stellen sich das lebenslange Portfolio sehr linear vor. Ein bisschen erinnern manche Gedankenexperimente an die Timeline von Facebook. Im Grunde doch ein ziemlich perfektes Tool für ein lebenslanges Portfolio, oder? Ihr könnt Links und andere Medien sammeln, easy kommentieren und Diskussionen anregen, euch selbst durch Bilder und persönliche Posts darstellen und reflektieren und außerdem eure „Stationen“ eintragen. Facebook rankt außerdem Posts automatisch nach Wichtigkeit und zeigt im Archiv bzw. euren Freunden nicht automatisch alle Posts an. Auch die Privatsphäre lässt sich detailliert einstellen. Ein Nachteil wäre vielleicht, dass sich Posts nicht taggen bzw. vernünftig archivieren lassen und es dadurch schwer wird – außer durch Scrollen – den Entwicklungsprozess linear nachzuvollziehen. Was meint ihr dazu?

Problembaum und diamondsooc1314 haben sich an das Open Source Programm „Gephi“ gewagt, ein Learning-Analytics-Tool zur Auswertung von Netzwerken aller Art. „Schick sieht es ja schon aus, aber hat das einen tieferen Sinn, vom künstlerischen mal abgesehen…?“, sagt Problembaum skeptisch, als sie versucht, damit ihre chaotischen Familienverhältnisse darzustellen. Auch diamondsooc1314 ist nicht überzeugt – Gephi sei „eine interessante Spielerei, mehr aber auch nicht“. Nach einigem Ausprobieren stellt Problembaum jedoch fest: „Für meinen persönlichen Lernzusammenhang in den Geisteswissenschaften kann mich mir beispielsweise vorstellen, komplexe Figurenkonstellationen mit Gephi zu erstellen, oder einfach komplizierte Kausalzusammenhänge anschaulicher zu machen.“ Was sind eure Erfahrungen – hat noch jemand Gephi oder ein ähnliches Programm ausprobiert? Problembaum freut sich über Kommentare unter ihrem Post. Diamondsooc1314 ist noch auf der Suche nach einem besseren Tool zur Datenanalyse und freut sich hier über Tipps.

Klasse, wie aktiv der SOOC auch auf die letzten Meter noch ist – vielen Dank für eure tollen Beiträge! Wir starten gespannt in die letzte Woche und sehen uns am morgigen Dienstag (21. Januar) auch schon zur letzten Live-Session in diesem Kurs mit Prof. Martin Hofmann von der PH St. Gallen. Wie gewohnt um 17.30 Uhr in AdobeConnect.