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Auf in die letzte Runde: Learning Analytics, E-Portfolios und der ganze Rest…

Selten mussten wir so wenig nach einem Aufhänger zum Themenblock suchen, wie in diesem: die Vorschau auf den neuen Horizon Report (PDF) ist uns geradezu auf dem Silbertablet(t) serviert worden (bspw. von e-teaching.org). Der Horizon Report ist eine jährlich erscheinende Trendstudie, in der die Mitglieder und Berater des New Media Consortiums jährlich aktuelle Trends dahingehend auswerten, wie schnell sie sich wohl bspw. in der Hochschullehre oder an Schulen durchsetzen werden (hierfür gibt es unterschiedliche Ausgaben des Trendreports). Im letzten Jahr wurde hier übrigens den MOOCs prognostiziert, dass sie schnell Akzeptanz finden werden.

Aber genug der Vorrede, was steht denn nun drin? Na genau das Thema, um das es sich in diesem letzten Themenblock drehen soll: Learning Analytics. Also: Wie können die Daten, die beim Lernen hinterlassen werden (sei es im Social Web oder in universitären/schulischen Lernmanagementsystemen) für die Verbesserung der Lernprozesse oder deren Unterstützung genutzt werden?

Neben diesen quantitativen Auswertungen gibt es aber mit dem Ideologiewechsel hin zum lernerzentrierten Unterricht auch immer mehr Bestrebungen, den Lernenden ihre Lernprozesse bewusst zu machen. Die derzeit bekannteste Methode dazu ist die Portfolioarbeit, die Ihr im SOOC ja schon selbst anwendet. Zu den E-Portfolios wird es in der zweiten Themenblockwoche auch den Experten-Talk geben.

Wie häufig werden die Trendbegriffe über Google gesucht? (Link)

Wir wünschen Euch viel Spaß bei diesem letzten Themenblock. Er bietet auch die Möglichkeit, sich in dieser mittlerweile scheinbar gut vernetzten Community auszutauschen. Deshalb: Nutzt die Chance, auch andere Sachen noch einmal auszuprobieren, zu teilen und zu diskutieren. The course is yours!

Impulsbeitrag Themenblock 1 – MOOCs in der Hochschule

Ich gehe gern zur Universität. Der direkte Kontakt zu den DozentInnen, der soziale Kontakt zu den KommilitonInnen, die fachlichen Diskussionen im Anschluss an eine Veranstaltung… Nur einige der Argumente, die mich dazu bewegen, den 20-minütigen Uniweg täglich mit Fahrrad zu bestreiten und die Strapazen der bergigen Anreise über mich ergehen zu lassen.

Für mich ist diese Form der Präsenzlehre mit vielen Vorteilen verbunden – und trotzdem scheint es nicht jedem zu liegen, in diesem doch vorwiegend behavioristisch anmutenden Lehrbetrieb der Universitäten zu studieren. Natürlich gibt es auch zahlreiche Veranstaltungen, die dort andere Wege einschlagen. Gruppenarbeiten, Fallstudienarbeit und der Erwerb von Methodenkompetenzen stehen dabei im Vordergrund und stellen den Lernenden in den Fokus. Doch ist das der Regelfall? Spätestens wenn wir an unsere eigenen Anfänge des Studiums zurückdenken, dann wird deutlich, dass eine Umsetzung solcher Formate in den Großveranstaltungen mit etwa 1000 Studierenden Schwierigkeiten birgt… Es Bedarf Abhilfe. Ein möglicher Lösungsweg ist das E-Learning, das nach Stephen Downes längst nicht mehr in Kellern und Pilotprojekten umgesetzt wird, sondern bereits in der Praxis allgegenwärtig ist.

Ein Experiment, das untersucht, wie wir den Herausforderungen der steigenden Studierendenzahlen und der Anforderungen des digitalen Zeitalters gerecht werden können, ist nun das hier vorgestellte MOOC-Format – ein E-Learning Arrangement, das in der letzten Zeit ordentlich für Furore gesorgt hat.

Auf den ersten Blick erscheint es doch seltsam, rein onlinebasiert an einer Veranstaltung teilzunehmen oder gar das gesamte Studium in dieser Form zu bestreiten. Der soziale Kontakt zu den Mitmenschen wird völlig neu über die wenigen Zeichen von Tweets und durch Kommentarfunktionen geregelt. Mimik und Gestik werden lediglich durch Smilies ersetzt  😕

Doch nehmen wir eine aktuelle Bestandsaufnahme: Schauen wir uns in den Vorlesungen links und rechts um, so bemerken wir: so ganz lebensfremd ist die MOOC-Idee nicht. Facebook, Twitter und Bloggen gehört für viele zum Alltag – nicht umsonst schafft Marc Prenzky die Begrifflichkeit der Digital Natives, für die es selbstverständlich ist sich mit den digitalen Medien und Werkzeugen auseinanderzusetzen und diese in ihren Alltag anzuwenden.

Diesen Ansatz nahm ich zum Anlass und startete eine kleine (nicht repräsentative) Befragung unter meinen KommilitonInnen. Und es war erstaunlich: 6 von 8 Teilnehmenden gaben dabei an, während der Vorlesung- bzw. Seminarzeit regelmäßig Emails und Social-Media-Accounts zu checken! Also ist der Weg frei für MOOCs in der Hochschule?

Lasst uns gemeinsam darüber diskutieren, wie ihr zu der These steht: MOOCs werden die klassische Präsenzlehre in Hochschulen ersetzen!

Wir freuen uns auf Eure Blogbeiträge, Tweets, Ideen und Argumente rund um den ersten Themenblock!

Solange werde ich mich staunend in den Vorlesungen und Seminaren umschauen und herausfinden, was meine KommilitonInnen eigentlich mit Ihren Smartphones, Tablets und Laptops tatsächlich machen.